„Das Leben ist auch schön, …

„Das Leben ist auch schön, …

Mit dem Blindenstock konnte die Dimension der Glocken erahnt werden. © Fotocredit: Neumayr/Berger
Mit dem Blindenstock konnte die Dimension der Glocken erahnt werden. © Fotocredit: Neumayr/Berger

Einmal Höhenluft schnuppern und die Geräusche der Stadt von oben hören, vor allem aber die jahrhundertealte Mechanik des Salzburger Glockenspiels ertasten und verstehen. Diesen Wunsch konnten sich Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Salzburg am 6.6.2018, dem Tag der Sehbehinderung erfüllen. Das SALZBURG MUSEUM veranstaltete einer ihrer zahlreichen inklusiven Kunstvermittlungsangebote. Dieses Mal war das Salzburger Glockenspiel an der Reihe. 190 enge Stufen später konnten 35 Glocken, eine 2,5 Meter große Messingwalze mit 7.970 Löchern, eine riesige Seilrolle, unzählige Zahnräder und vieles mehr von den blinden Teilnehmern haptisch entdeckt werden. „Mit der Aktion kann der Blindenverband einmal mehr für die Möglichkeiten und Chancen seheingeschränkter Menschen sensibilisieren. Auch mit geringem oder keinem Sehvermögen ist vieles möglich. Es ist wichtig, dass man seine Lebensfreude erhält“, so Margaret Heger, Obmann-Stellvertreterin des BSVS. So passt diese Aktion gut zum 6. Juni, dem Tag der Sehbehinderung und gleichzeitig zur Kampagne mit dem Titel „Gemeinsam mehr sehen“, die in den nächsten Wochen auf Plakaten und City-Lights zu sehen sein wird.

Salzburg Museum Direktor Hon.-Prof. Mag. Dr. Martin Hochleitner und Kunstvermittlerin Nadja Al Masri-Gutternig mit den Teilnehmern des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Salzburg samt Blindenführhund Ella © Fotocredit: Neumayr/Berger
Salzburg Museum Direktor Hon.-Prof. Mag. Dr. Martin Hochleitner und Kunstvermittlerin Nadja Al Masri-Gutternig mit den Teilnehmern des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Salzburg samt Blindenführhund Ella © Fotocredit: Neumayr/Berger

Das Motto „Gemeinsam mehr sehen“ gilt auch für das barrierefreie Führungsangebot im SALZBURG MUSEUM. Seit mehr als zehn Jahren findet barrierefreie Kunstvermittlung zu unterschiedlichen Themen statt. Das Angebot wird ständig erweitert. Bei den Führungen sollen alle Sinne angesprochen werden, so handelt es sich dabei nicht nur um rein gesprochene Inhalte. So bereitet Kunstvermittlerin Nadja Al Masri- Gutternig Kunstobjekte zum Betasten, zeittypische Gerichte zum Verkosten oder auch passende Duftproben vor. Die Führungen werden in etwa vierteljährlich angeboten, bis zu 20 Personen können an den einzelnen Programmen teilnehmen. Zusätzlich zu den Führungsangeboten unterstützt das Museum die Anliegen des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Salzburg. Beispielsweise lud das Museum anlässlich einer speziellen Aktion Sehende zu einer Tour mit Blindenbrille durch das Museum ein. Sehbeeinträchtige BesucherInnen unterstützen dabei die Sehenden und berichteten von ihren Erfahrungen. Die nächste öffentliche Führung ist für Herbst 2018 geplant.

Herzlichen Dank an das Salzburg Museum!!!

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